Grippe (Influenza), die

Die Influenza oder „echte Grippe“ wird von Influenzaviren hervorgerufen. Man unterscheidet zwischen Typ A, B und C. Die häufigste und gefährlichste Art ist Typ A. „Influenza“ kommt vom lat. „influere“ („einfließen“). Die Wortherkunft hängt mit der Vortsellung zusammen, Epidemien seien als göttliche Strafe auf die Welt geschickt worden („Kontagium“). Das Virus greift die Atemwege an und führt zu Schmerzen, Fieber, Husten und Halsschmerzen. Übertragen wird es in der Regel durch Tröpfcheninfektion. Grippewellen im Frühling und Winter sind seit etwa 500 Jahren bekannt, es kommt allerdings auch in seltenen Fällen zu Pandemien mit vielen Todesopfern. 1889-1890 fordert etwa die „Russische Grippe“ 1 Million Todesopfer, die „Spanische Grippe“ von 1918/1919 fordert 50 Millionen Opfer und ist damit tödlicher als der erste Weltkrieg. Auch später im 20. Jhdt. kommt es noch zu Pandemien mit vielen Toten, vor allem in Asien. Die Viren verändern sich ständig, mutieren und können von Tieren auf Menschen (und umgekehrt) überspringen („Zoonose“, man denke an die „Schweinegrippe“ oder die „Vogelgrippe“ H5N1). In den 1940er Jahren werden die ersten Grippeimpfstoffe produziert. Die WHO richtet bereits 1948 ein internationales Netzwerk zur Überwachung der Grippe ein, um Ausbrüche und neue Stämme rechtzeitig zu entdecken.

Influenza
Influenza Virus Typ A (3D Modell). Bezeichnungen einzelner Stämme wie H1N1 (Hämagglutinin 1, Neuraminidase 1) beziehen sich auf die Moleküle des Virus.

Vgl. Dobson 2009

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